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Farbenprüfung


Chemische und physikalische Einflüsse wirken in vielfältigen Prozessen auf Farben ein. Farben können als haltbar und lichtecht bezeichnet werden, aber unter dem Einfluss eines ungeeigneten Bindemittels, falscher Anwendung oder Beimischung, untauglich sein. Ebenso können sie durch Säure-, Chlor- oder Schwefeldämpfe schnell oder langsam zerstört werden. Auch wirken Sonnenbestrahlung, Hitze, Feuchtigkeit etc. oft zersetzend ein. Einfache technische Prüfungen von Farben beschränken sich auf folgende, wesentliche Eigenschaften:

Licht- und Luftbeständigkeit

Man macht zwei Probeaufstriche auf Karton, den einen mit Oel-, den anderen mit Leimfarbe.
Nach dem Trocknen deckt man die eine Hälfte der Aufstriche ab und setzt sie der Belichtung und der frischen Luft aus. Später vergleicht man die belichteten Stellen mit den unbelichteten. Je kräftiger die Beleuchtung (Sonnenlicht) ist, desto schneller werden lichtunbeständige Farben verblassen. Lichtechte Farben dürfen nach Wochen und Monaten keine wesentlichen Veränderungen zeigen, es sei denn, diese seien durch Staub oder Nässe verursacht worden.

Trockenfähigkeit

Eine Glasplatte oder ein Blech wird mit Oelfarbe gut bestrichen.
Normale Trocknungszeit ca. 12 Stunden.
Kälte und Feuchtigkeit verlangsamen den Trocknungsprozess, Wärme beschleunigt ihn. Auf Glasplatten oder Blech lassen sich Anstriche auf Glanzgrad und Härte (Kratztest) prüfen.

Deckfähigkeit

Diese lässt sich auf die gleiche Art wie die Trocknungsfähigkeit prüfen. Dabei ist zwischen Deck- und Lasurfarben (Transparentfarben) zu unterscheiden. Je feiner das Farbpulver und je weniger kristallinisch es ist, desto mehr deckt eine Farbe. Zum Beispiel: Reines Bleiweiss deckt gut, ist es aber stark mit Schwerspat (kristallinischer Körper) vermengt, dann ist die Deckkraft gering.

Hitzebeständigkeit

Man kocht das Pigment mit Wasser und lässt dieses dann absetzen, wobei sich das Wasser nach einigem Stehen vom Farbkörper klar und farblos abscheiden muss, oder man rührt die Farbe mit einem hitzebeständigen Lack an, streicht einige Proben auf Bleche und lässt gut trocknen. Dann setzt man eine Probe der Ofenhitze aus bei 120 - 140°C. Alsdann vergleicht man die erhitzte Probe mit der nicht erhitzten. Eine hitzebeständige Farbe darf sich im Ton nicht wesentlich verändert haben und nicht nachgedunkelt sein.

Alkalien- (Kalk) Beständigkeit

Man rührt das Farbpulver mit Wasser an, schüttelt das Gemisch in einem Glas mit Kalkmilch und lässt das Ganze einige Zeit stehen. Ist die Farbe kalkecht, dann wird sich ihr Farbton nicht verändern, andernfalls verblasst sie oder zersetzt sich.

Verwendung für Kieselsäure (Silikate, Wasserglas)

Gleiche Prüfung wie bei Kalk, jedoch setzt man statt Kalkmilch dünnen Zementmörtel oder Wasserglas zu.

Verwendung für Spirituslacke und Spiritusfarben

Dazu verwendet man alkohollösliche Teerfarbstoffe, die mit Spiritus in einem Glas geschüttelt, diesen intensiv färben müssen.
Bei anorganischen Körperfarben scheidet sich bei der gleichen Prüfung der Alkohol vom Farbkörper klar ab. Auf die gleiche Weise kann man Schönungen von Körperfarben durch Teerfarbstoffe nachweisen. Dabei ist aber zu beachten, dass spritlösliche Teerfarbstoffe nur durch Alkohol, öllösliche durch Oele und wasserlösliche durch Wasser, Säuren oder Alkalien nachgewiesen werden können.

Säurebeständigkeit

Hier handelt es sich weniger um die direkte Einwirkung der Säuren auf Farben, sondern mehr um saure Gase und Ausdünstungen.
Man gibt in ein Glas verdünnte Salz- oder Salpetersäure, legt eine mit Oelfarbe bestrichene, gut getrocknete Glasplatte darüber, mit der bestrichenen Seite nach unten. Damit sich kein Schwitzwasser bildet, lässt man zwischen der Glasplatte und dem Gefässrand eine Oeffnung frei.
Unbeständige Farben werden durch die Säureausdünstung bald entfärbt und zersetzt. Säurebeständig sind fast alle natürlichen Erd- und Mineralfarben, empfindlich die meisten künstlichen.
Hochempfindlich gegen Säuren sind fast alle organischen Farben, besonders Teerfarbstoffe. Ferner kann man mit Lackmuspapier die Eigenschaften der Farben prüfen.
Zum Beispiel: Taucht man rotes Lackmuspapier ein einen mit Wasser angerührten Farbstoff, dann ist dieser, wenn das Papier blau wird, alkalisch, daher säureempfindlich.
Wird aber blaues Lackmuspapier rot, dann ist der Farbstoff ein Säurefarbstoff, der gegen Alkalien (Laugen) empfindlich ist.
Säuren und Basen (Laugen) vertragen sich nicht. Beide zerstören organische Substanzen.

Es darf nicht übersehen werden, dass die Beständigkeit einer angewendeten Farbe auch sehr stark von der Güte des Bindemittels abhängig ist.

Pigment-Prüfungen

Chromgelb wird durch Salzsäure grün verfärbt.
Kadmiumgelb
löst sich in verdünnter Salzsäure ohne abzusetzen und riecht nach Schwefelwasserstoff (Geruch wie faule Eier).
Zinkgelb verfärbt sich nicht durch Salzsäure.
Kadmiumrot mit Salzsäure vermengt, riecht nach Schwefelwasserstoff.
Permanentrot (Signalrot) sollte Alkohol nicht färben.
Kobalt- und Cölinblau mit verdünnter Salzsäure vermischt, riechen nicht nach Schwefelwasserstoff und durch Glühen werden sie nicht verändert.
Pariserblau wird von Alkalien braun verfärbt.
Ultramarinblau mit verdünnter Salzsäure vermischt, entwickelt Schwefelwasserstoff.
Kremserweiss wird beim Glühen rot und beim Erkalten gelb.
Zinkweiss wird beim Glühen gelblich und beim Erkalten wieder weiss.
Lithopone mit verdünnter Salzsäure vermischt, riecht nach Schwefelwasserstoff.
Mit Weiss-Aufhellungen ermittelt man die Färbekraft eines Pigments.

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